Kennst du das Gefühl, automatisch „Ja“ zu sagen, obwohl in dir alles „Nein“ schreit? Obwohl dein Körper sich anspannt, dein Bauch sich zusammenzieht oder Müdigkeit aufkommt, sagst du trotzdem zu – aus Gewohnheit, aus Angst oder aus dem Wunsch heraus, niemanden zu enttäuschen. Im Online Coaching und in der psychologischen Beratung erlebe ich immer wieder, wie schwer es vielen Menschen fällt, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und ernst zu nehmen. Dieses Verhalten hat wenig mit echter Güte oder Nächstenliebe zu tun.
Viel häufiger ist es ein erlernter Überlebensmechanismus – ein unbewusster Versuch, Anerkennung, Zugehörigkeit oder Sicherheit nicht zu verlieren. Der Preis dafür ist hoch: Du übergehst deine eigenen Bedürfnisse und damit dich selbst.
Wenn es allen recht machen zur Selbstaufgabe wird
Menschen, die es ständig allen recht machen wollen, verschwinden mit der Zeit. Sie funktionieren, passen sich an, spüren immer feiner, was andere brauchen – und verlieren dabei den Kontakt zu sich selbst. Die eigene Meinung wird leiser, die innere Stimme immer undeutlicher.
Was nach außen hilfsbereit wirkt, fühlt sich innen oft leer an. Denn wer dauerhaft die Bedürfnisse anderer über die eigenen stellt, verliert seine Authentizität. Man wird zum Schatten im Leben anderer – statt zur Hauptperson im eigenen.
Eine Erfahrung aus meiner Arbeit im Online Coaching
Ich erinnere mich an eine Kundin, die über Jahre hinweg fast immer „Ja“ sagte. Ja zur Familie, ja zur Arbeit, ja zu Freunden – und fast nie zu sich selbst. Ihre eigenen Grenzen nahm sie kaum noch wahr oder sie überging sie bewusst, weil es „doch irgendwie gehen musste“.
Ihr Körper jedoch sprach eine andere Sprache. Er sandte ihr immer wieder deutliche Signale: Erschöpfung, innere Unruhe, körperliche Beschwerden. Doch auch diese Warnzeichen wurden lange ignoriert.
In einer Sitzung kam schließlich alles an die Oberfläche. Zum ersten Mal sprach sie aus, wie müde sie war, wie wütend, wie traurig. Wie sehr sie sich selbst verloren hatte, weil sie unbewusst gelernt hatte, dass ihr Wert davon abhängt, für andere da zu sein.
Dieser Moment war schmerzhaft – aber auch befreiend. Denn genau dort begann der Prozess, ihre eigenen Grenzen wieder wahrzunehmen und Schritt für Schritt ernst zu nehmen.
Grenzen setzen ist kein Egoismus
Viele Menschen haben Angst, andere zu verletzen oder verlassen zu werden, wenn sie anfangen, Grenzen zu setzen. Doch Grenzen sind kein Zeichen von Egoismus. Sie sind ein Ausdruck von Selbstachtung.
Eine klare Grenze sagt: „Ich nehme mich selbst ernst.“
Menschen, die dich wirklich lieben, werden dich nicht verlassen, nur weil du ehrlich sagst:
„Ich kann das gerade nicht.“
Diejenigen hingegen, die von deiner Grenzlosigkeit profitiert haben, werden sich möglicherweise zurückziehen. So schmerzhaft das auch sein mag – dieser Verlust ist kein echter Verlust. Es ist eine notwendige Klärung.
Selbstliebe beginnt mit Klarheit
Selbstliebe zeigt sich nicht in perfekten Morgenroutinen oder positiven Affirmationen. Sie zeigt sich im Alltag – dort, wo du innehältst, in dich hineinspürst und den Mut hast, deiner inneren Stimme zu folgen.
Grenzen setzen ist ein Lernprozess. Einer, der Zeit, Übung und Mitgefühl mit dir selbst braucht. Im Selbstliebe Coaching und in der psychologischen Beratung online begleite ich Menschen dabei, wieder Zugang zu ihren Bedürfnissen zu finden und sich selbst nicht länger zu übergehen.
Denn echte Verbindung zu anderen entsteht erst dann, wenn du die Verbindung zu dir selbst nicht mehr aufgibst.
Dein nächster Schritt
Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst und spürst, dass es Zeit ist, dich selbst ernster zu nehmen, musst du diesen Weg nicht allein gehen.
In meinem Online Coaching für Selbstliebe und gesunde Abgrenzung begleite ich dich dabei, deine eigenen Bedürfnisse wieder wahrzunehmen, Grenzen zu setzen und Schritt für Schritt bei dir anzukommen.
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